My two Cents on Corona - oder: Warum Corona ein Geschenk sein kann

Corona a.k.a. Covid-19 hat auf einmal die Realität fest im Griff.


Gefühlt ändert sich stündlich die Situation. Zum einen kommen immer mehr Erkrankte hinzu – zum anderen sind sämtliche Regierungen der Welt zum Handeln aufgerufen. Ob das ganze eine sinnfreie Panikreaktion ist oder tatsächlich Grund zur Sorge besteht, lasse ich mal dahingestellt. Es gibt hier zahllose Fakten und noch zahllosere Spekulationen. Sich da einen Überblick anzumaßen, wäre in diesen Zeiten fatal.


Nichtsdestotrotz sehe ich diese Krise, in der wir uns gerade befinden und die Krise, die da scheinbar auf uns zurollt als Chance für uns alle an. Dazu zähle ich auch ökonomische Fragilität, Grenzschließungen und drohende Quarantäne.


Der Blickwinkel der Angst ist derzeit – aufgrund mangelnder und/oder fehlerhafter Informationen – vorherrschend. Bereits jetzt empfiehlt unsere Regierung den Rückzug in den privaten Raum. Verängstigt daheim abzuwarten erscheint vielen untragbar. Was passiert nun, wenn wir allein mit uns (und unseren Lieben sind).


Vielleicht ist genau das die Möglichkeit, sich wieder mehr mit sich zu beschäftigen. Wahrscheinlich ist das genau das Ergebnis des Abgeschottet-Seins: Wir DÜRFEN uns nur um uns kümmern! Und hinschauen, was hinter der Angst liegt. Angst ist etwas Hausgemachtes. Angst entsteht durch die beängstigenden Gedanken, die wir uns vorher machen. Und das ist okay. Aber ist es nicht auch okay, das Zepter über diese Regung in die Hand zu nehmen und mal einen Blick dahinter zu werfen?

Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, sich wieder mit der eigenen Gefühlswelt auseinander zu setzen? Eine tiefe Pause von allen externen Einflüssen einzulegen und Beobachter*in des Ichs zu werden. Was ist mit den weniger präsenten Emotionen? Muss der Fuß erst gebrochen sein, bevor er für mich spürbar ist? Was ist mit den seit Jahren kultivierten Angewohnheiten? Sind die wirklich noch brauchbar?


Ökonomisch sehe ich auch hier die Chance, dass wir unser Reise- und Arbeitsverhalten gründlich hinterfragen dürfen. Arbeit von zu Hause aus? Reisen mit mehr Zeit?

Deutschland legt gerade genau den Hebel ein, den sicher viele von uns vor dieser Krise gerne betätigt hätten. Den Slowmotion-Modus: Beobachten, warten, verzichten – im Zeichen der Angst eine Selbstverständlichkeit.


In Zeiten der ‚Wohlfühl-Wellness-Hygge-Industrie‘ (Zitat einer guten Freundin) haben wir den Fokus auf die Sonnenseite des Lebens verlagert. Auch das ist okay – aber erinnert irgendwie an Biedermeier 2.0. Kein Wunder, dass wir da jetzt ziemlich unangenehm aus dem Traum gerissen werden.




Hier sehe ich eine wundervolle Verbindung zum Yoga – wer wirklich hinsieht, sieht auch in den Abgrund. Sieht die unangenehmen Dinge, die auch wahrgenommen werden wollen.

Und da ist es doch ein Geschenk, mal daheim sein zu dürfen und sich (wirklich!) mit diesen Abgründen beschäftigen zu dürfen.


--> Das kann auch mal die unangenehme Wahrheit ans Licht führen: In China lassen sich gerade überdurchschnittlich viele Menschen scheiden. Eine längere Zeit mit Ehepartner auf einem Fleck kann auch heilsam sein – in beide Richtungen.




Stay healthy =)


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